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Veranstaltung bei Beiratsmitglied RA Schilling

Als Teil des von der „ProBono-Idee“ überzeugten Teams aus engagierten Studenten und Rechtsanwälten, hat uns RA Schilling in seiner Funktion als Beiratsmitglied von ProBono Heidelberg am 18. März 2015 am frühen Abend in die Räumlichkeiten seiner Kanzlei Just2 nach Mannheim eingeladen. Thema des Abends sollte ein Kurzvortrag über das Verhältnis des Anwaltes zu seinem Mandanten sowie die Besprechung eines aktuellen Falls aus dem Kanzleibetrieb sein.

Die Kanzlei Just2 ist deutschlandweit an drei Standorten vertreten, in Düsseldorf, Sandhausen und in Mannheim. Hier arbeiten drei Anwälte und Anwältinnen. Aufgrund ihrer breiten Aufstellung ihrer Anwälte umspannt das Tätigkeitsfeld von Just2 sowohl Rechts- als auch Steuerberatung.

Die Ankündigung des Events hat unter unseren Mitgliedern eine derart starke Resonanz erfahren, dass der angesetzte Termin allein nicht ausreichend war. Aufgrund des starken Interesses hat sich RA Schilling jedoch bereiterklärt, das Event für uns doppelt anzubieten.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde gingen wir direkt in medias resRA Schilling erklärte uns anhand der im Vorfeld verteilten Akte, wie sich ein Rechtsanwalt anhand der Akte, diese umfasste stolze 100 Seiten, den jeweiligen Sachverhalt zusammensuchen und erarbeiten muss. Schon hier in diesem frühen Stadium wurde uns ein erster und sehr markanter Unterschied zu unserem Studium und den vorgefertigten und vor allem stets unumstößlich feststehenden Sachverhalten klar. Die Arbeit eines Rechtsanwaltes beschränkt sich folglich nicht bloß auf die rechtliche Würdigung des Geschehensablaufes, sondern ist auch durch eine starke investigative Seite geprägt. Gemeinsam erarbeiteten wir uns die notwendigen Informationen für unsere Falllösung – selbstverständlich vor allem solche, die für unseren Mandanten positive Auswirkungen hatten. Zu einer guten anwaltlichen Beratung gehöre allerdings auch die Beschäftigung mit von der Gegenseite eventuell vorgebrachten Argumenten, um diese später schnell und effektiv widerlegen zu können, erklärte uns RA Schilling.

Im Anschluss an die Lösung des Falles, erklärte uns RA Schilling, dass im Verhältnis Rechtsanwalt – Mandant die rechtlichen Aspekte eines Mandats bzw. eines Falles alleiniger Fokus sind. Man müsse stets auch die wirtschaftlichen Folgen der rechtlichen Beratung im Auge behalten. So kann es durchaus sein, dass der Fall aus fachlicher Sicht unkompliziert zu lösen ist. Eine pragmatische oder wirtschaftliche Sichtweise auf die Dinge zeigt aber, dass ein (vermeintlicher) Umweg zügiger oder kostengünstiger das Ziel erreicht. Wirtschaftlichkeit sei ein wichtiger Aspekt, den es immer zu beachten gilt. Wie letztendlich vorgegangen wird, entscheide selbstverständlich am Ende stets der jeweilige Mandant – für den Anwalt ist es jedoch wichtig, auf sämtliche Gefahren verschiedener Vorgehensweisen hinzuweisen, um nicht am Schluss doch einen Haftungsfall zu begründen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die zweieinhalbstündige Veranstaltung auf Einladung von RA Schilling sehr interessant und aufschlussreich war. Dies hat sich nicht zuletzt auch in den doch relativ markanten Unterschieden zwischen unserer universitären Ausbildung und dem alltäglichen Arbeitsablauf eines Anwaltes widergespiegelt. Allerdings lässt sich als Ergebnis der abschließenden Diskussions- und Fragerunde festhalten, dass auch die Universität hier versucht Lücken zu schließen. So haben wir festgestellt, dass die anwaltsorientierte Juristenausbildung, wie sie von der Juristischen Fakultät angeboten wird, ständig ausgebaut und verbessert wird.

Von Patrick Wambold 

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