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Als Ersti bei Pro Bono Heidelberg e.V. – Teil 1

Über Pro Bono las ich das erste Mal etwas in einem FAZ-Artikel, September 2014. Innerhalb des Artikels wurden mehrere Legal Clinics vorgestellt und ihre Tätigkeiten erklärt. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sehr an der Mitarbeit in einem Verein wie diesem interessiert.

Mitte Oktober begann ich in Heidelberg mit meinem Jurastudium. Bereits in unserer Einführungswoche stellten sich viele juristische Studentenvereine vor, unter anderem Pro Bono Heidelberg e.V. Während ihres Vortrags erinnerte ich mich an den Zeitungsartikel und notierte mir daher den Treffpunkt des nächsten Vereinstreffens.

In der darauf folgenden Woche trafen sich alle Pro Bono Mitglieder und Interessenten zu einer weiteren Vorstellung des Vereins. Anhand einer Power Point Präsentation wurden uns die Vorgehens- und Arbeitsweisen näher gebracht. Währenddessen trug sich jeder, der an einer Mitarbeit interessiert war in eine Liste mit Name, Semester, E-Mail Adresse und bevorzugtes Rechtsgebiet (bei Pro Bono Heidelberg e.V. wird Beratung sowohl auf zivilrechtlicher, als auch auf migrationsrechtlicher Ebene angeboten) ein. Ich entschied mich für Zivilrecht.

Am nächsten Tag bekam ich bereits eine E-Mail vom Vorstand, mit dem ersten kleinen Auftrag für den Verein. Die Liste, in die wir uns eingetragen hatten, musste digitalisiert werden. Auch in den nächsten Wochen bekam ich immer wieder kleine Aufträge, die erledigt werden mussten.

Bald bekamen wir Mitgliederanträge, welche wir Anfang Dezember abgaben und somit offizielle Pro Bono Mitglieder waren. In derselben Sitzung gab es die ersten Abstimmungen über ein paar Kleinigkeiten bezüglich des Vereins.

Bevor es in die Weihnachtsferien ging bekam ich meinen ersten Fall zugeteilt. Mein Beratungspartner war bereits in einem höheren Semester und wir kontaktierten uns zunächst nur über E-Mail. Während der Ferien überlegten wir uns, wie wir an den Fall heran gehen sollten und welche Ansprüche wir prüfen müssten. Anfang Januar besprachen wir unseren Fall das erste Mal per Skype und als die Uni wieder losging trafen wir uns persönlich, um alles noch einmal durch zu gehen. Bald darauf schickten wir unser ausgearbeitetes Gutachten an einen unserer Beiräte. Ein paar Tage später bekamen wir Rückmeldung und mein Beratungspartner und ich verliehen unserem Gutachten den letzten Feinschliff. Nach dem OK unseres zuständigen Beirats konnte das fertige Gutachten an unsere Mandantin verschickt werden.

Zwischenzeitlich gab es wieder ein paar Pro Bono Sitzungen, allerdings auch zum besseren Kennenlernen. Ob gemütlich in einem Café oder beim Bowlen, man traf immer neue Vereinsmitglieder und lernte somit sowohl mehr über Mitstudenten, als auch über das Studium an sich kennen.

Dennoch durfte die interne Arbeit nicht vernachlässigt werden. So wurde ich Ende Januar gefragt, ob ich im IT-Team mitarbeiten möchte. Nach einer kurzen Einführung wusste ich bereits das Wichtigste und konnte mich bei weiteren Fragen immer an die Leiterin des IT-Ressorts wenden. Ich bekam schließlich auch eine eigene Pro Bono E-Mail Adresse und nach der Bearbeitung des Falls ein Beraterprofil auf unserer Website.

Neben dem theoretischen Stoff aus der Vorlesung war es sehr spannend auch einmal einen lebensnahen Fall mit zu erleben. Auch wenn die Praxis von der Theorie vollkommen zu unterscheiden ist, ist doch die Anwendung der Paragraphen das Entscheidende, was man auch in der Vorlesung lernt. Durch die Arbeit bei Pro Bono kann man sowohl sein theoretisches Wissen einsetzen, als auch Menschen helfen. Zusätzlich lernt man andere Jurastudenten kennen und kann sich untereinander austauschen.

Von Florentine Schick