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Veranstaltung bei Rechtsanwalt Schilling

Zur großen Freude vieler bei Pro Bono Heidelberg tätigen Studierenden lud Rechtsanwalt und Beiratsmitglied Herr Schilling uns Anfang März zu einem informativen Gesprächsabend nach Mannheim in seine Kanzlei ein. Aufgrund der großen Nachfrage nahm Herr Rechtsanwalt Schilling sich netterweise die Zeit und bot gleich zwei Termine an, sodass alle Interessierten teilnehmen konnten.

Thema der Veranstaltung waren das Verhältnis von Rechtsanwalt und Mandant sowie die juristische Beratung. In lockerer Atmosphäre erzählte uns Herr Schilling von seinem Berufsalltag und gab uns dabei interessante Einblicke in seine Arbeit. Anhand verschiedener Beispiele aus seiner Erfahrung mit Mandanten zeigte er uns, wie unterschiedlich jeder Einzelne ist. Dabei machte er deutlich, wie wichtig es ist, sich im Mandantengespräch immer auf den gegenübersitzenden Menschen einzustellen. Diese suchen mit den unterschiedlichsten Hintergründen einen Anwalt auf, um eine juristische Beratung zu bekommen. Ich lernte, dass es oft sinnvoll ist, zunächst Small Talk mit dem Mandanten zu führen und so ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Im Gespräch sollte immer der zu beratende Mensch im Mittelpunkt stehen.

Außerdem betonte Herr Schilling, dass man als Anwalt gut zuhören und dabei das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen muss. Erst wenn man sich durch das Mandantengespräch einen Überblick verschafft hat, kann man durch weitere gezielte den juristischen Sachverhalt herausarbeiten und anschließend die Probleme rechtlich beurteilen. Hierbei wies Rechtsanwalt Schilling auch darauf hin, dass die klassische „Klausursituation“ der juristischen Ausbildung später in der Praxis kaum relevant sei. Statt der sofortigen Antwort auf eine juristische Fragestellung innerhalb kurzer Zeit sei es im Beruf vielmehr wichtig, nach dem ersten Mandantentreffen zunächst umfassend zu recherchieren und mögliche Lösungswege zu finden.

Darüber hinaus müssen in der Praxis auch Punkte berücksichtigt werden, die im theoretischen Studium vernachlässigt werden. So müssen mögliche Vorgehensweisen auch wirtschaftlich betrachtet werden. Nicht immer ist das Führen eines langen Prozesses bis zum Ende die beste Empfehlung, da dies auch finanzielle Risiken mit sich bringt. Herr Schilling erklärte uns, dass es sich manchmal schwierig gestaltet, den Mandanten von der juristisch und wirtschaftlich klügsten Vorgehensweise zu überzeugen.

Im Anschluss daran bearbeiteten wir zusammen einen seiner aktuellen Fälle, der einige spannende Mietrechtsprobleme beinhaltete. Ich finde es immer interessant, an echten Fällen zu arbeiten. Dabei bekommt man ein gutes Gefühl für die praktische Arbeit und lernt, wie man die Probleme einem juristischen Laien erklären kann.

Während des Gesprächs konnte uns Herr Schilling viele wertvolle Tipps geben, sowohl zum Studium aber insbesondere auch zur praktischen Beratungstätigkeit. Dieses Wissen hilft uns vor allem auch bei der Bearbeitung unserer Fälle für Pro Bono. Als studentischer Berater trifft man dort auch auf Fälle, die einem aus der Sicht des Mandanten geschildert werden, sodass man zuerst aus vielen Informationen die relevanten Fakten herausarbeiten muss.

Mir hat es sehr gefallen, einen juristischen Sachverhalt aus der praktischen Perspektive zu betrachten, was eine schöne Abwechslung zum oftmals sehr theoretisch orientierten Studium darstellte. Auch deshalb wird mir der Abend in guter Erinnerung bleiben. An ähnlichen Veranstaltungen würde ich in der Zukunft gerne wieder teilnehmen.

Von Anton Müller

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