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Als Ersti bei Pro Bono Heidelberg e.V. – Teil 2

Liebe Leser,

mit diesem Erfahrungsbericht möchte ich euch einen Einblick geben, in meine Arbeit bei Pro Bono Heidelberg – Studentische Rechtsberatung e.V. und insbesondere meine Erfahrungen aus dem Blickwinkel eines Erstsemesters schildern.

Im Wintersemester 2014/2015 begann ich mit dem Jurastudium in Heidelberg.

Im Laufe der Einführungswoche – in der man mit Werbeangeboten und Projektvorstellungen nur so überhäuft wird – wurde auch der Verein Pro Bono vorgestellt. Auf Anhieb fand ich das Konzept von Pro Bono ansprechend. Anfangs war ich noch der Meinung, dass ein Erstsemester nur hinderlich für den Verein sein würde und wollte deshalb noch mindestens zwei Semester warten, bis ich mich für einen Beitritt und Engagement im Verein entscheide.

Nachdem ich mich aber auf einer Infoveranstaltung doch überzeugen ließ beizutreten erkannte ich, dass man auch als Student im ersten Semester einen hohen Grad an Erfahrung gewinnen und ebenso den Verein durch sein Engagement unterstützen kann.

Nach kurzer Zeit bearbeitete ich dann, gemeinsam mit einem anderen Pro Bono Mitglied, einen ersten Fall. Dabei handelte es sich um eine mietrechtliche Problematik. Zunächst war es für mich recht schwierig auf den ersten Blick eine Aussage zu diesem Fall zu machen, da ich noch nie mit dem Mietrecht zu tun hatte. Nach erstem Kontakt mit der Kollegin, die das Mandat mit mir bearbeitete und mir einige Tipps gab, konnte ich mich aber gut in die Materie einarbeiten.

Durch die hilfreichen Tipps der Kollegin und durch die Beschäftigung mit dem Fall, hatte ich einen enormen Lernzuwachs auf dem Rechtsgebiet. Mein durch dieses Mandat erworbenes Wissen und die erlangte Erfahrung, hätte ich niemals so intuitiv durch reines Lernen erwerben können. Zudem ist es schön nicht nur mit den konstruierten Fällen des Studiums zu tun zu haben, sondern echten Menschen, die echte Probleme haben, helfen zu können. Allein der Dank eines Mandanten darüber, ihm weitergeholfen zu haben oder ihm auch nur die Situation erklären zu können und die Angst zu nehmen ist Grund genug, sich bei Pro Bono zu engagieren, egal in welchem Semester man sich befindet. Außerdem kann man als Erstsemester dem Bearbeitungspartner aus dem höheren Semester auch einiges an Dokumentationsarbeit abnehmen, was sehr wichtig ist und das Defizit an juristischem Können ausgleicht.

Sehr schön sind auch die vereinsinternen Veranstaltungen. Dazu gehören Workshops oder Kanzleibesuche, aber auch die gemeinsamen Aktivitäten, wie Bowling und regelmäßig stattfindende Stammtische, bei denen man sich austauschen kann.

Den Verein kann man aber nicht ausschließlich durch die Fallbearbeitung unterstützen. Es gibt verschiedene Ressorts die sich um verschiedene Vereinsangelegenheiten kümmern. So bin ich in der Finanzakquise tätig, wo wir um die finanziellen Belange des Vereins kümmern und regelmäßig bei Wettbewerben anmelden. Man kann die Vereinsarbeit also auch ohne großes juristisches Wissen unterstützen.

Alles in allem bringt einen das Engagement bei Pro Bono persönlich sehr viel weiter in seinen Erfahrungen und seinem Wissen, macht sehr viel Spaß und man hat die Möglichkeit anderen Menschen zu helfen, indem man das an der Uni erworbene Wissen praktisch einsetzt.

Ich hoffe, dass ich euch meine Erfahrungen mit Pro Bono Heidelberg etwas näher bringen konnte und würde mich sehr freuen, wenn sich der/die Eine oder Andere entschließt Pro Bono Heidelberg ebenfalls zu unterstützen.

Von Sandi Elayan