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Chancen und Grenzen der Glaubhaftigkeitsbegutachtung im Asylverfahren

Die Glaubhaftigkeitsbegutachtung ist eine Teildisziplin der Aussagepsychologie. Sie verfolgt das Ziel, die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Aussage auf wahrem Erleben beruht, anhand inhaltlicher Kriterien zu beurteilen. Die Erkenntnisse der Aussagepsychologie werden heute vielfach in gerichtlichen Verfahren herangezogen, beispielsweise wenn bei fehlender objektiver Beweislage Aussage gegen Aussage steht. Die Veranstaltung will die Frage aufwerfen und diskutieren, inwiefern die Methoden der aussagepsychologischen Glaubhaftigkeitsbegutachtung im Asylverfahren angewendet werden könnten, da bei der Prüfung der verschiedenen Schutzformen die Einschätzung der Glaubhaftigkeit der Angaben der Antragsteller_innen eine entscheidende Rolle spielt. Nach einer Darstellung der Abläufe des Asylverfahrens soll die Vorgehensweise der Glaubhaftigkeitsbegutachtung an konkreten Beispielen von Anhörungen im Asylverfahren veranschaulicht werden. Ziel der Veranstaltung ist es, die Referent_innen und Zuhörer_innen zur fachübergreifenden Diskussion der Sinnhaftigkeit und Machbarkeit der Glaubhaftigkeitsbegutachtung im Asylverfahren einzuladen.

Die Referent_innen:

Prof. Dr. Niels C. Habermann ist als Professor der SRH Hochschule Heidelberg verantwortlich für den Master-Studiengang Rechtspsychologie und arbeitet daneben seit über 20 Jahren als Gutachter im Strafrecht. Er ist Fachpsychologe, Prüfer und Supervisor sowie Landesbeauftragter der Sektion Rechtspsychologie BDP/DGPs und Vorstand der Landesgruppe Baden-Württemberg im BDP.

Svenja Haußner (M.Sc. Psychologie) ist seit 2016 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der SRH Hochschule Heidelberg im Bereich Rechtspsychologie tätig. Ihre Lehraufgaben und Forschungsinteressen liegen im Bereich der Aussagepsychologie. Darüber hinaus absolviert sie die berufsbegleitende Weiterbildung zur Fachpsychologin für Rechtspsychologie mit dem Schwerpunkt psychologische Begutachtung im Strafrecht.

Sebastian Röder (LL.M.) ist Jurist beim Flüchtlingsrat Baden-Württemberg und dort im Projekt „Aktiv für Flüchtlinge“ tätig. Er ist Lehrbeauftragter der Universität Heidelberg und FH Esslingen im Bereich Migrationsrecht sowie Mitglied im Beirat von Pro Bono Heidelberg.